Das "Mitmach-Web" Web 2.0 bietet Gründern viele neue Möglichkeiten, für sich und ihre Angebote zumeist kostenlos zu werben.
Früher war alles ganz einfach: Da hat ein Unternehmer in der passenden Tageszeitung oder in einem Magazin eine Werbeanzeige geschaltet – und schon riefen mögliche Kunden bei ihm an. Heute klagen jedoch nahezu alle Printmedien über einen Anzeigenrückgang. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum einen sitzt in den Werbe- und Marketingabteilungen das Geld nicht mehr so locker wie vor der Wirtschaftskrise. Und Werbung oder Anzeigen kosten ordentlich Geld.
Chancen des "Mitmach-Web"
Umso besser, dass es das sogenannte Web 2.0 gibt. Der Begriff ist nicht mehr neu und angeblich ein Zufallsprodukt. Aber er beschreibt trotzdem recht gut, um was es geht: Die Weiterentwicklung des Internets nämlich, weg von einem Web, indem nur Spezialisten mit Hilfe komplizierter Technik Seiten produzieren konnten, hin zu sogenanntem User Generated Content, bei dem jeder Nutzer ganz schnell Inhalte im WWW veröffentlichen kann. Das Spannende daran: Das Web 2.0 bringt, oft in Verbindung mit sozialen Netzwerken, immer wieder neue Anwendungen hervor, die besonders kleineren Unternehmen helfen können, ihren Namen in der Internetgemeinde zu streuen. Und die wird jährlich größer. Aus der Studie internet facts 2009-IV der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung geht hervor, dass 31,94 Millionen Menschen aller Altersgruppen in Deutschland bereits länger als drei Jahre im Netz sind, also als versierte Nutzer gelten. Weltweit betrachtet liegt die Zahl derjenigen, die sich für ein spezielles Produkt oder eine Dienstleistung interessieren könnten, dementsprechend noch viel höher.
Die Frage ist nur: Wie erreichen Sie nun all die potenziellen Käufer für Ihre Produkte oder Dienstleistungen? Bis vor einigen Jahren reichte es aus, sich eine Domain, also eine www-Adresse mit dem Firmennamen zu besorgen, und dort das Unternehmen auf einer Internetseite zu präsentieren. Heute sollten Unternehmen auf mehreren Plattformen aktiv sein, um dort einerseits ihren Namen zu sichern und andererseits, um in direkten Kundenkontakt zu treten. Häufig genannte Beispiele in diesem Zusammenhang sind Twitter und Facebook: Wer dort zum Sender (Verteiler einer Nachricht) wird, erreicht mit seinen Meldungen rund um die eigene Firma schnell Internetnutzer, zu denen er bisher möglicherweise keinen Kontakt hatte. Aber auch iTunes, Scribd oder YouTube können geeignete Plattformen für das Unternehmensmarketing sein.
Die Strategie ist das A und O
Bevor Firmenchefs jedoch blindwütig am freien Wochenende ins Web 2.0 preschen, sollten sie sich eine Web-2.0-Strategie überlegen: Wo muss ich Präsenz zeigen? Wo ist meine Zielgruppe? Was kann ich selbst machen? Wo brauche ich externe Hilfe? Kann ich einen Studenten beauftragen, für mich regelmäßig ins „große, weite Netz hinauszusenden“? Vielleicht lassen sich auch Internetanwendungen, sogenannte Applikationen, verknüpfen.
Sind die ersten Schritte ins Web 2.0 gemacht, stellen Nutzer übrigens oft fest, dass es nicht nur ums Senden, sondern auch um das Empfangen geht. Denn wer an den richtigen Stellen mitmischt, kann so durchaus den einen oder anderen Auftrag an Land ziehen. Die Autorin dieses Artikels beispielsweise hat über Twitter die Fachhochschule des Mittelstands in Köln als Kunden gewonnen und gab dort ein Seminar zum Thema Online-Journalismus.
von Bettina Blaß
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