Ein Lehrstück über die Kunst des StartingUp – ohne dabei die Nerven zu verlieren: Die Story eines ehemaligen Unternehmensberaters, der sich mit einer Kaffeerösterei in München selbständig macht.
Die Anfänge
Der Zufall hatte Alexander Vits auf einem Spanienbesuch in Barcelonas alteingessene Kaffeerösterei El Magnifico geführt. Fasziniert von der Vielfalt der Bohnen und ihrer Geschmacksrichtungen nahm er einige Sorten mit nach Deutschland. Aus dem Hobby entwickelte sich bald eine Passion. Und so unternahm Alexander Vits, selbst erfolgreicher Unternehmensberater bei Roland Berger, „Forschungsreisen" zu Röstern nach Spanien, Italien, Österreich und Deutschland. Schnell kristallisierte sich dabei heraus: Für ihn war es Zeit geworden, das eigene Unternehmen zu gründen: eine Kaffeerösterei.
Ganz oder gar nicht
Dank seines Know-Hows fiel es Alexander Vits nicht schwer, einen fundierten Businessplan für die zukünftige Firma zu erstellen. Doch nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die Realisierung vollen Einsatz forderte. Und so kündigte Vits seinen lukrativen, aber auch einengenden Job, um sich voll auf die Gründung zu konzentrieren.
Bankensuche: schlechte Erfahrungen
Neben Besuchen bei IHK-Gründerveranstaltungen nahm Vits auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung über Finanzierungsoptionen der KfW und LfA in Anspruch. Aufgrund seines gut ausgearbeiteten Businessplanes und seiner soliden beruflichen Laufbahn schätzte die Beraterin der LfA, Christine Beck, die Erfolgsaussichten einer Darlehensbewilligung äußerst positiv ein.
Doch zunächst kam es anders: Einige Kreditinstitute versteckten sich hinter ihren Regularien und strenge Richtlinien. Nur mit einer Bank ging es erfolgreich weiter: Er beantragte und erhielt einen Mittelstandskredit (heute: „Startkredit" sowie ein Ergänzungsdarlehen (heute: „Startkredit 100").
Gefangen in der bürokratischen Endlosschleife
Nun begann ein bürokratischer Spießrutenlauf, wie ihn viele Gründer tagtäglich erdulden müssen:
Wichtig für die Kundenbindung war, in den Räumen der Rösterei einen Kaffeeausschank zu bieten. Dies änderte den Geschäftszweck: Nicht mehr allein Handel, sondern auch Gastronomie war nun das Thema. Dies macht einen Bauantrag zur zusätzlichen gastronomischen Nutzung der Ladenfläche erforderlich. Zusätzlich verpflichteten die städtischen Auflagen für gastronomische Betriebe den Jungunternehmer, sieben öffentliche Parkplätze abzulösen. Tatsache war: Die ursprünglich geplante Eröffnung musste um drei Monate verschoben werden – natürlich mit erheblichen, finanziellen Konsequenzen. Denn mittlerweile klafften Theorie und Realität – also Businessplan und harter Unternehmer-Alltag – weit auseinander.
Gourmet-Mundpropaganda
Inzwischen verbreitet die Vits Kaffee GmbH & C. KG den köstlichen Geruch von frisch geröstetem Kaffee in der Münchner Rumfordstraße, und die Zeichen stehen gut für die Rösterei. So kann Alexander Vits nun auch weitere Ziele ins Auge fassen: Die Etablierung der Marke „Vits" – erstmal im lokalen Bereich und später vielleicht über Müchen hinaus.
www.vitsderkaffee.de
von Anne K. Schmidt
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