GEISTESWISSENSCHAFTLER
Film
GEISTESWISSENSCHAFTLER

Der Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler ist schwierig. Auch die Gründer-Unterstützung ist – im Vergleich zu technischen Disziplinen – unterentwickelt. Lesen Sie, wie Andrew Tucker, Anthropologe, sich dennoch seinen Weg bahnte.

Der Weg zum Film

Andrew Tucker studierte im siebten Semester Kunstgeschichte und Ethnologie an der Universität Hamburg, als er seine Liebe zum ethnografischen Film entdeckte. Er fand es spannend, mit der Kamera menschliche Kulturen und Rituale zu beobachten. Als wechselte er an die Universität Manchester, um visuelle Anthropologie zu studieren. Für ihn war klar, dass er etwas „mit Film" machen wollte. Allerdings grauste ihm die Vorstellung, „von einem unbezahlten Praktikum ins nächste zu stolpern, bis ich dann nach zehn Jahren endlich im Beruf angekommen bin." Zunächst hatte er Glück: Über Kontakte bekam er den Auftrag vom Europäischen Institut für Molekularbiologie, einen Dokumentarfilm über die Forschung zu machen. Da sich anschließend wenig regte, ging Tucker neun Monate nach Griechenland, jobbte in der Tourismusbranche und drehte Hochzeitfilmchen. Auch das erwies sich als wenig lukrativ. Zurück in Deutschland fasste er daher den Plan, eine eigene Firma zu gründen.

Nachhilfe in Sachen BWL

Erneut hatte er Glück: Das Institut gab ihm einen Folgeauftrag. „Das war der Grundstein fürs eigene Unternehmen", so Tucker. Jetzt musste er nur noch ein bisschen Nachhilfe in Sachen BWL nehmen. Von Freunden erfuhr er von der „Garage Hamburg". Dort lernte er, was ein angehender Unternehmer wissen muss. Außerdem wurde er finanziell gefördert. Jetzt steht der frisch gebackenen Unternehmer auf eigenen Füßen – und treibt seine Firma voran.

von Sabine Hölper

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