Laut Auswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammern geht jeder zweite Gründer schlecht vorbereitet in das Gespräch mit Kapitalgebern. 46 Prozent können kein ausgereiftes Geschäftskonzept vorlegen. 27 Prozent sind nicht in der Lage, Nachfragen zum eigenen Businessplan schlüssig zu beantworten.
Damit können sie ihre Kosten und Erlöse sowie ihren Kapitalbedarf nur unzureichend einschätzen. Wegen fehlender Konzepte für die Umsetzung ihrer Ideen und mangelnder Sicherheiten verweigern Banken und Investoren häufig das Bereitstellen von Geld. Damit Ihnen diese und weitere kapitale Fehler nicht unterlaufen, haben wir die klassischen Todsünden der Unternehmensfinanzierung zusammengestellt.
Sünde I: Kein detaillierter Geschäftsplan, falsche Kapitaleinschätzung
Folgende Fragen müssen Unternehmensgründer beantworten können: Wie sieht die Konkurrenz aus? Sind die Innovationen durch Patente geschützt? Welche Risiken birgt der Markt auch vor dem Hintergrund der Branchenentwicklung? Zudem sind detaillierte Überlegungen zu machen, wie ein neues Produkt zur Marktreife geführt werden soll und welche Anstrengungen vom Marketing-Mix, also von der Werbung, der Preisstrategie und vom Vertrieb zu leisten sind.
Sünde II: Finanzierung nicht genügend durchdacht
Sünde III: Zu kurz greifende Finanzierungsart, nicht alle Optionen geprüft
Die Finanzierungsmöglichkeiten sind breit gefächert und reichen von der Eigenkapitalbeschaffung über den Bankkredit bis hin zum sogenannten Factoring, also der Abtretung von Forderungen gegen Bezahlung. Sie verzichten auf zusätzliches Kapital und Know-how, wenn Sie nicht auch nach Investoren Ausschau halten.
Sünde IV: Zu geringe Eigenkapitaldecke, ungenügende Liquidität
Ohne ausreichende Eigenkapitaldecke sitzen Gründer schnell auf dem Trockenen. Mit der Aufnahme von eigenkapitalähnlichem Mezzanine-Kapital oder echtem Eigenkapital über Venture Capital oder Private Equity können große Wachstumsfinanzierungen realisiert werden, ohne dass die Bonität der Firma leidet. Eine viel gewählte Alternative für die Sicherung der Liquidität ist das Leasing von Anlagegütern, weil auf diesem Weg ein Kauf vermieden und die Bilanz vergleichsweise zu Gunsten besserer Bilanzkennzahlen optimiert werden kann.
Sünde V: Falsche Selbsteinschätzung, fehlendes Rating
Vor einer Finanzierung ist ein externes Rating durch eine neutrale, unabhängige Rating-Agentur nützlich und teilweise obligatorisch, weil im Gegensatz zu den meist begrenzten bankeninternen Ratings nicht nur die Bonität, sondern auch Geschäftsmodell, Management, Personalstruktur und Zukunftsperspektiven von Branchenexperten geprüft und bewertet werden.
Sünde VI: Kein Gespräch mit dem Kapitalgeber in der Krise
Frühzeitig muss ein offenes Gespräch mit der Hausbank oder andern Finanziers im Falle einer Krise gesucht werden, damit mögliche rettende Maßnahmen eingeleitet werden können.
Sünde VII: Ungenügende Finanzkontrolle
Experten raten großen wie kleineren Firmen zu einem aufmerksamen Controlling. Nur so sind sie
Autor: Herbert Kieffer
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